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Dienstag, 17. April 2012

dl-PCB in Eiern: Aktueller Sachstand vom 17.04.2012

Hannover. Anbei informiert das niedersächsische Verbraucherschutzministerium über den aktuellen Sachstand in Bezug auf drei gesperrte Legehennenbetriebe im Landkreis Aurich aufgrund Überschreitungen der Höchstmengenwerte in Eierproben.

Zur Chronologie des vom Landkreis Aurich gesperrten Biobetriebes:

Der Landkreis Aurich ist im September 2011 aufgrund einer Höchstmengenüberschreitung in einer Eierprobe bei dem Legehennen-Biobetrieb aktiv geworden. Der Landkreis hat die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher - den Rückruf der belasteten Eier, die Sperrung des Betriebes, die Ausstallung der Legehennen sowie die Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere - veranlasst. Nach Angaben des Landkreises sind keine belasteten Produkte in den Verkehr gelangt. Über diese Tätigkeiten ist das Verbraucherschutzministerium informiert worden. Das Ereignis wurde als Einzelfall angesehen, den der Landkreis in eigener Zuständigkeit korrekt bearbeitet hat.

Der Landkreis Aurich hat im Folgenden in eigener Zuständigkeit die Eier der im November neu eingestallten Legehennen regelmäßig auf eine Belastung mit Schadstoffen überprüfen lassen. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) hat - wie in solchen Fällen üblich - die Proben als Dienstleister für den Landkreis untersucht und die Ergebnisse dem Landkreis anschließend mitgeteilt. Eine Mitteilung an das Verbraucherschutzministerium erging nicht, da die Untersuchungen keine Höchstmengenüberschreitungen ergaben. Dies ist die in solchen Fällen übliche Vorgehensweise.

Da die Belastung in den Eierproben im Zeitablauf tendenziell zugenommen hat, hat der Landkreis Aurich in eigener Zuständigkeit den Biobetrieb am 5. April 2012 vorsorglich gesperrt. Das Verbraucherschutzministerium und das Laves wurden anlässlich der Sperrung nicht in Kenntnis gesetzt. Diese Vorgehensweise ist - wie bereits mehrfach dargelegt - formal nicht zu beanstanden (die Landkreise sind rechtlich nicht verpflichtet, das Verbraucherschutzministerium im Falle einer verfügten Sperre zu informieren), vor dem Hintergrund einer tendenziell steigenden Belastung der Proben wäre eine frühzeitige Information über die vorsorgliche Sperre jedoch wünschenswert gewesen. Erst am Freitag, 13. April 2012, hat das Laves die Untersuchung einer weiteren Eiprobe des Betriebes abgeschlossen, sie zeigte eine Höchstmengenüberschreitung. Die Eier, die zwischen der letzten Probe ohne Höchstmengenüberschreitung und der vorsorglichen Sperrung erzeugt worden sind, wurden umgehend zurückgerufen.

Da die Eier an einen Großhandel in Nordrhein-Westfalen geliefert worden sind, informierte das niedersächsische Verbraucherschutzministerium noch am 13. April die zuständige Behörde in NRW und in einer Pressemitteilung auch die Öffentlichkeit.

Zur Ermittlung der Ursachen der dl-PCB-Belastung:

Die vom Laves in den drei betroffenen Legehennenbetrieben am vergangenen Freitag entnommenen Proben - unter anderem Futtermittel, Einstreu, verschiedene Bodenproben, Branntkalk, Styropor und Gasbetonstein - werden derzeit in den Laboren untersucht. Ergänzend wurden in den umliegenden Betrieben Eierproben aus zehn Ställen genommen, die ebenfalls derzeit untersucht werden. Das Verbraucherschutzministerium hat außerdem das Laves beauftragt, den möglichen PCB-Eintrag über die Luft in Zusammenarbeit mit Experten zu klären.

Mit ersten Ergebnissen wird voraussichtlich am Freitag, 20. April, gerechnet.

Ergänzend zum aktuellen Sachstand vom 17.04.2012 nimmt Minister Lindemann wie folgt Stellung:
„Es ist bemerkenswert, dass der Landkreis Aurich behauptet, das Ministerium frühzeitig informiert zu haben, der Landkreis dem ML (und übrigens auch dem LAVES) die vorsorgliche Sperrung des Legehennenbetriebes vom 5. April jedoch erst mit einer Woche Verzögerung - nämlich am Donnerstagnachmittag, 12. April - gemeldet hat. Nur dies war der Kritikpunkt des ML."

Pressemitteilung 17.04.2012, Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

Montag, 16. April 2012

dl-PCB in Eiern: Untersuchungen werden mit Hochdruck fortgeführt

Hannover. Im Rahmen von umfangreichen Betriebskontrollen hat die amtliche Futtermittelüberwachung des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bis zum gestrigen Freitagabend eine Vielzahl von Proben der betroffenen Legehennenbetriebe im Landkreis Aurich genommen. So wurden unter anderem Proben vom Boden und von der Einstreu genommen. Auch andere Materialien wie Branntkalk und Proben der Stallisolierung fließen in die Untersuchungen, die am heutigen Sonnabend fortgesetzt werden, mit ein.

Im Rahmen der behördlichen Ermittlungen wird unter anderem abgeklärt, ob die Erhöhung der dl-PCB-Belastung in den Proben der erzeugten Eier der drei Betriebe betriebsindividuelle Ursachen hat oder ob möglicherweise eine räumliche Kongruenz besteht. Alle drei Unternehmen liegen in einer Region knapp nördlich des Stadtgebietes Aurich bis in das Gemeindegebiet der südlich angrenzenden Gemeinde Großefehn. Um die mögliche Ursache weiter einzugrenzen, werden stichprobenartig Eier aus den umliegenden Betrieben untersucht werden.

Nach Aufforderung durch das niedersächsische Verbraucherschutzministerium hat der Landkreis Aurich jetzt ermittelt, dass aus den beiden zuerst aufgefallenen Betrieben maximal 58.500 möglicherweise mit Dioxin/dl PCB belastete Eier in den Verkehr gelangt sein könnten. Die Rückführung der gesperrten Partien ist noch nicht vollständig abgeschlossen und wird weiterhin behördlich überwacht. Die Eier sind an eine Handelskette geliefert und im Nordwesten Niedersachsens in Verkehr gelangt.

Das Ministerium weist deshalb erneut auf die Erzeugercodes der Eier hin, mit denen die betroffenen Eier in den Haushalten der Verbraucherinnen und Verbraucher identifiziert werden können:
  • 1-DE-0354451
  • 1-DE-0354452
  • 1-DE-0354453
  • 1-DE-0352691
Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird das niedersächsische Verbraucherschutzministerium entsprechend informieren.

Pressemitteilung 14.04.2012,  Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

dl-PCB in Eiern: Aktueller Sachstand am Freitagabend (13.04.2012)

Hannover. Im Rahmen der Ermittlungen zu den Höchstgehaltsüberschreitungen bei Eiern im Landkreis Aurich wurde bei der Prüfung der Eigenkontrollen der Futtermittel kein Hinweis auf eine Belastung mit Dioxinen/dl-PCB gefunden. Die amtlichen Untersuchungen dauern an.

Im Zuge der aktuellen Ermittlungen wurde das niedersächsische Verbraucherschutzministerium gestern vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) über einen weiteren Betrieb im Landkreis Aurich informiert, der wegen einer tendenziell zunehmenden dl-PCB-Belastung der Eier unter Beobachtung durch den Landkreis stünde. Die bisherigen Befunde lägen jedoch unterhalb des gesetzlichen Höchstgehaltes.

Heute Nachmittag wurde dem niedersächsischen Verbraucherschutzministerium mitgeteilt, dass in einer heute abgeschlossenen Eiprobe dieses Betriebes eine Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt wurde. Nach Mitteilung des Landkreises Aurich ist der Betrieb vorsorglich vor Ostern gesperrt worden.

In der Zeit von der Entnahme der beanstandeten Probe bis zur Sperre des Betriebes sind nach jetzigem Stand rund 100 000 Eier in den Verkehr gelangt. Diese Eier wurden an einen Großhändler in NRW geliefert.

Der Großhändler und die Behörden in NRW sind informiert.

Der Summengehalt an Dioxinen und dl-PCB liegt bei der vorliegenden Probe bei 9,89 pg/g Fett (der zugelassene Höchstgehalt liegt bei 5,0 pg/g Fett). Für die Verbraucher besteht bei möglichem Verzehr der Eier somit ebenfalls keine Gefährdung der Gesundheit.

Die Ermittlungen zum Kontaminationsgeschehen werden fortgesetzt.

Pressemitteilung 13.04.2012, Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung


Freitag, 13. April 2012

dl-PCB in Eiern: Weitere Betriebe in der Region werden vorsorglich kontrolliert

Umfangreiche Untersuchungen veranlasst
Hannover. Nachdem im Rahmen von Eigenkontrolluntersuchungen der Erzeugergemeinschaft in zwei Betrieben im Landkreis Aurich erhöhte Gehalte an dioxinähnlichen PCB (dl-PCB) in Eiern festgestellt worden sind, hat das niedersächsische Verbraucherschutzministerium am heutigen Freitag umfangreiche weitere Untersuchungen veranlasst. Bei den betroffenen Betrieben handelt es sich um konventionelle Freilandhaltungen mit 800 Legehennen in einem Stall, beziehungsweise insgesamt 2.800 Legehennen in drei Ställen. Der Summengehalt an Dioxinen und dl-PCB liegt bei den vorliegenden Proben bei 7,74 und 19,5pg/g Fett (der zugelassene Höchstgehalt liegt bei 5,0 pg/g Fett).

Beide Legehennenbetriebe werden heute von der Futtermittelüberwachung des Landes kontrolliert. Futtermittelproben sowie Proben des Bodens und des Tränkewassers sind veranlasst worden. Nach derzeitigem Kenntnisstand beziehen die Betriebe Futtermittel von einem niedersächsischen Futtermittellieferanten. Bei dem Futtermittellieferanten handelt es sich nicht um den Lieferanten, der die betroffenen Betriebe in Nordrein-Westfalen beliefert hat. Es gibt nach derzeitigem Kenntnisstand also keine Verknüpfung zum Geschehen in NRW. Auch die Möglichkeit eines Eintrages der Belastung über die Luft wird in Betracht gezogen, hierfür setzt sich das Verbraucherschutzministerium mit dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Verbindung. Um eine mögliche Quelle weiter einzugrenzen, werden vorsorglich Kontrollen weiterer Legehennenbetriebe in der Region veranlasst.

Im vorliegenden Fall hat sich gezeigt, dass das neue, 2011 eingeführte, verbindliche Meldesystem greift: Nach einer Änderung des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) ist nun jedes Labor verpflichtet, auffällige Untersuchungsergebnisse den Behörden zu melden (vor der gesetzlichen Anpassung mussten ausschließlich die Ergebnisse amtlicher Kontrollen an die Behörden gemeldet werden). Diese bundesweite Neuerung, für die Niedersachsen sich als Konsequenz aus dem Dioxingeschehen im Jahr 2011 nachdrücklich eingesetzt hat, führt dazu, dass die Behörden umgehend informiert worden sind und entsprechende Schritte veranlasst werden konnten. Das niedersächsische Verbraucherschutzministerium hat umgehend und kurzfristig reagiert.

Das in diesem Fall tätige Labor hat die Ergebnisse an das Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein und den Landkreis Aurich am 11. April am späten Nachmittag übermittelt. Die Betriebe wurden umgehend durch den Landkreis gesperrt. Das Niedersächsische Verbraucherschutzministerium wurde am gestrigen Donnerstag in Kenntnis gesetzt und hat gestern die Erzeugercodes der möglicherweise belasteten Produkte veröffentlicht.

Mithilfe dieser Codes kann jeder Verbraucher nachvollziehen, ob sich eventuell belastete Produkte im Haushalt befinden, auch wenn nach derzeitigem Kenntnisstand davon auszugehen ist, dass ein großer Teil der ausgelieferten Eier durch die behördlich überwachte Rückrufaktion aus den Regalen entfernt werden konnte. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand haben die Betriebe ausschließlich an den Handel und nicht an die verarbeitende Industrie geliefert.

In diesem Zusammenhang weist das niedersächsische Verbraucherschutzministerium auf eine aktuelle gesundheitliche Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hin, die im Rahmen des Geschehens um erhöhte PCB-Gehalte in Hühnereiern in NRW vorgenommen wurde: Das BfR kommt zu der Einschätzung, dass bei einem kurzzeitigen Verzehr der Eier eine gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich ist. Da im Rahmen der Eigenkontrolluntersuchungen im vorliegenden Fall in Niedersachsen nicht - wie im Geschehen in Nordrhein-Westfalen - maximal das Sechsfache, sondern maximal das Vierfache der zugelassenen Höchstmenge nachgewiesen worden ist, kann die Stellungnahme des BfR zur weiteren Einschätzung heranzogen werden.

Die ausführliche Stellungnahme des BfR finden Sie unter www.bfr.bund.de

Pressemitteilung 13.04.2012, Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

dl-PCB in Eiern: Zwei niedersächsische Betriebe gesperrt

Rückrufaktion veranlasst - ML veröffentlicht Erzeugercodes
Hannover. In Eiern von zwei niedersächsischen Legehennenbetrieben sind erhöhte Gehalte an dioxinähnlichen PCB (dl-PCB) festgestellt worden. Beide Betriebe sind vollständig gesperrt, alle ausgelieferten Eier sind bereits zurückgerufen worden.

Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich möglicherweise belastete Eier noch beim Verbraucher befinden.

Betroffen sind Eier mit dem Erzeugercode

  • 1-DE-0354451
  • 1-DE-0354452
  • 1-DE-0354453
  • 1-DE-0352691

Die Verbraucher werden gebeten, Eier mit den genannten Erzeugercodes in die Geschäfte zurückzubringen oder zu vernichten.

Die Aufnahme von dl-PCB soll auf Grund der bestehenden langfristig toxischen Eigenschaften möglichst vermieden werden. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch den Verzehr der belasteten Eier besteht nicht.

Die Ermittlungen zur Belastungsursache dauern an.

Pressemitteilung 13.04.2012, Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung